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Edfu
Auf der Fahrt von Assuan nach Luxor ist ein Stopp in Edfu selbstverständlich. Wie auch Dendera ist Edfu erst in
ptolemäischer Zeit entstanden. Nach Karnak besitzt die Tempelanlage den zweitgrößten Pylon (64 m breit, 36 m hoch) - auf dem die üblichen Szenen zu sehen sind: Der Pharao schwingt
die große Keule und brät damit seinen Feinden, die er (hier jedoch nur symbolisch) am Schopf ergriffen hat, eins über.
Frau Brunner-Traut bezeichnet ihn als Musterbeispiel des
ptolemäischen Tempelbaus überhaupt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, daß bei ihm verhältnismäßig wenig Reliefs in christlicher Zeit zerstört wurden (sie wurden dann als christliche Kulträume genutzt).
Der Tempel ist klassisch aufgebaut: Pylon, großer Säulenhof, gedeckte Säulenhalle, kleinere Säulenhalle und dann noch zwei Vorhallen, bevor
man zum Allerheiligsten kommt.
Vor dem ersten Pylon stehen links und rechts zwei Falken aus Granit, die man leicht findet, wenn man nach den Menschentrauben Ausschau hält, die sich in ihrer Nähe stets bilden - beliebte Gruppenfotomotive.
Sie stehen für Gott Horus, der in Edfu verehrt wird (er erscheint in den Darstellungen auch meist falkenköpfig). Der große Säulenhof (siehe Panoramabild
) ist mit 32 Säulen umgeben. Die Innenseite der Pylonen ist ebenfalls mit klassischen Motiven dekoriert und zeigen den König auf dem Gang zum Tempel.
Die Vorhalle wird durch sechs Säulen vom Hof getrennt, ihre Decke wird von zweimal sechs mächtigen Säulen mit schönen Blumenkapitellen getragen. Nach meiner Erinnerung und den gemachten Fotos sind die
Motive der Decke in ihrer Farbigkeit gut zu erkennen, ältere Reiseführer sprechen von einer geschwärzten Decke, vielleicht wurde sie gereinigt. Kleine Kapellen links und rechts des Eingangs zur Vorhalle dienten
angeblich als Bibliothek und Weihehalle (der Herrscher wird von Horus und Thot mit Wasser übergossen).
Man kommt nun in die kleinere Säulenhalle mit ebenfalls zwölf Säulen mit Blumenkapitellen. Wie auch die Säulen der vorherigen
Hallen und des Hofes sind sie - wie auch die Wände - mit geritzten Reliefs von unten bis oben verziert.
Durch zwei Vorsäle gelangt man schließlich zum Allerheiligsten, in dem ein Granitaltar steht, der angeblich aus einem früheren Tempel stammt.
Nicht versäumen sollte man den Gang um den Tempel entlang
des Inneren Umgangs. Seine Seitenwände sind reichhaltig mit Reliefs verziert, die Prozessionen des Königs und seiner Gemahlin zeigen sowie an der Westwand eine interessante Szene, bei der
die Feinde des Horus als Krokodile und Flußpferde dargestellt sind.
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