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Karnak Tempel
Karnak ist die mit Abstand größte Tempelanlage Ägyptens.
Ihre Baugeschichte beginnt im Mittleren Reich der 11. Dynastie und reicht bis weit in die römische Zeit hinein. Insbesondere die Monumentalbauwerke des Neuen Reiches, errichtet unter den Tutmosiden und Ramessiden,
sind alleine eine Reise nach Ägypten wert.
Die Anlage erschließt sich dem Besucher - ähnlich wie der Luxor Tempel - in zeitlich verkehrter Reihenfolge. Die ältesten Bauteile
liegen ganz am Ende der über 500 m langen Abfolge von Pylonen und Säulenhöfen. Jeder Pharao versuchte nun, seinen Vorgänger mit seinen Erweiterungen zu übertreffen - bis schließlich die
Pharaonen der 30. Dynastie offensichtich die Insolvenz ereilte: der erste Pylon mit einer Breite von 113 m und einer Höhe von 44 m ist nicht mehr fertiggestellt worden.
Vor diesem Pylon noch liegt eine kleine Sphinx-Allee - eine von mehreren. Auf dem Bild links ist im Frühdunst ebenfalls noch der Obelisk von Sethos II. zu sehen.
Hinter dem ersten Pylon kommt man in den ersten Großen Vorhof, in dessen Mitte ich das im Abschnitt “Interaktive Panoramabilder” ganz unten zu sehende 360 Grad Panoramabild aufgenommen habe. Zu sehen ist dort die Rückseite des
ersten Pylons, auf der linken Seite (Süden) sind noch Reste der aus ungebrannten Ziegeln errichteten Baugerüste zu sehen, die nicht abgetragen wurden.
Zwei Tempel - jeweils der thebanischen Göttertrias Amun, Chons und Mut geweiht - sind Teil des Großen Vorhofs: eine kleine “Barkenstation” Sethos II. und ein etwas größerer Tempel Ramses III. (im Panoramabild
ist nur der Eingang mit den beiden Statuen von Ramses erkennbar). Die rechts von diesem Eingang befindlichen Sphinxfiguren waren Teil der ursprünglichen Sphinxallee, wurden beim Bau des ersten Pylons entfernt
und dort (?) abgestellt.
In der Mitte des Großen Vorhofes zwischen erstem und zweitem Pylon standen insgesamt 10 Säulen, die nach ihrem Erbauer - Pharao
Taharqa - benannt sind. Nur eine dieser 21 m hohen Säulen ist stehen geblieben (siehe Bild rechts). Im Panorambild des Großen Vorhofes ist hinter dieser Säule (man sieht jedoch nur den Stumpf) noch die
große Statue des Pinodjem zu sehen.
Durch die Reste des zweiten Pylons gelangt man nun in den Großen Säulensaal von Karnak, “der wohl an Großartigkeit nirgends in der Welt übertroffen wird” (Emma Brunner-Traut). Es handelt sich hier um einen
Säulenwald von 134 Säulen in 16 Reihen, sie nehmen die Grundfläche des Kölner Domes ein. Die Säulen und Wände sind mit Hieroglyphen verziert. Die Außenwände zeigen die typischen Schlachtszenen - diesmal die
Siege von Sethos I. und natürlich (auf der südlichen Außenwand) den Sieg Ramses II. über seine palästinensischen Nachbarn. Dort ist auch (angeblich) eine Inschrift zu finden, die einen biblisch bezeugten Feldzug
von Scheschonk I. gegen Rehabeam von Juda, den Sohn Salomons beschreibt.
Durch den dritten - praktisch verfallenen - Pylon von Amenophis III. kommt man nun durch einen Mittelhof in ein unübersichtliches
Areal. Hinter dem vierten Pylon von Thutmosis I. erkennt man noch sehr leicht einen von ursprünglich zwei Obelisken der Hatschepsut, die ihr Nachfolger Thutmosis III. einmauern ließ.
Schließlich gelangt man in das Allerheiligste des Tempels, in dem die heilige Barke mit dem Götterbild stand (rechts im Bild der Blick zurück). Durch ein Trümmerfeld kommt man abschließend
noch in einen für botanisch interessierte Besucher lohnenswerten Teil: den “Botanischen Garten”. Auf den Wänden - nur noch halbhohe Reste sind vorhanden - finden sich Darstellungen von
Pflanzen und auch Tieren, die Thutmosis III. von seinen Zügen aus Syrien mit nach Ägypten gebracht hat. Die Darstellungen haben
teilweise regelrecht naturwissenschaftliches Format: Samenkapseln, Blüten und Blätter sind detailliert dargestellt.
Neben dieser hier beschriebenen Tempelhauptachse können noch die anderen Areals des Tempelbezirkes besichtigt werden: ein kleines Freilichtmuseum nördlich des ersten Vorhofes, die
südlichen Anlagen des Amuntempels mit heiligem See und dem siebten bis zehnten Pylon. Einzelne Teile dieses Areals sind jedoch Stand Februar 2002 für die Besichtigung gesperrt. Die sich
diesen Pylonen anschließende Sphingenallee führte einst bis zum Luxortempel.
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