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Abu Simbel - Großer Tempel Ramses II.
Innerhalb von nur 45 min erreicht man mit dem Flugzeug von Assuan aus Abu Simbel. Ganz im Gegenteil zu sonstigen
Pünktlichkeitserfahrungen klappt der Ausflug auch ganz hervorragend. Derzeit (Febr. 2002) ist der Landweg nur mit Konvoi nutzbar.
Der Felsentempel von Abu Simbel ist den Hauptgöttern Ober- und Unterägyptens, Amun-Re und Re-Harachte sowie dem vergötterten Pharao selbst geweiht. Zusammen mit dem kleinen Nebentempel
(Hathor geweiht) und oft auch “Nefertari-Tempel” genannt ist er in einer beispiellosen fast 20 jährigen Rettungsaktion ab 1964 vor den ansteigenden Fluten des aufgestauten Nassersees gerettet worden.
Die vier sitzenden, etwa 20 m hohen Kolossalstatuen Ramses II. sind sein Erkennungsmerkmal: sie wurden direkt aus dem Sandstein herausgeschlagen. Ramses II. hatte selbst unzählige Statuen seiner
Vorgänger ursurpiert, indem er deren Kartusche (das Namenszeichen) herausschlagen und durch sein eigenes ersetzen ließ. Wohl aus diesem Grund findet sich sein Name an seinen eigenen Werken an vielen Stellen.
Die Achse des großen Tempels ist exakt nach Osten ausgerichtet, sodaß am 21. Februar und am 21. Oktober die Sonnenstrahlen bei
Sonnenaufgang das Allerheiligste beleuchten. Im Bild links ist die Treppe erkennbar, die zu einer flachen Terasse führt, auf der die Kolosse sitzen. Zwischen den vier Figuren, über dem Eingang hat Ramses II.
seinen Krönungsnamen symbolisch dargestellt: eine Figur des falkenköpfigen Sonnengottes Re, gestützt auf das schakalköpfige Zepter (User) und Maat, der Göttin von Ordnung und Recht. Hieraus wird
User-Maat-Re, sein Name.
Eine große Pfeilerhalle mit acht fast 10 m hohen Osirisgestalten des Königs ersetzt den normalerweise in freistehenden Tempeln nach dem Portal zu findenen Säulenhof. Eindrucksvolle Reliefs in den Wänden
zeigen auf der südlichen linken Seitenwand religiöse Motive, auf der nördlichen rechten Seitenwand wiederum die Szenen aus der Schlacht von Kadesh, diesmal aber besonders ausführlich und ausschweifend
illustriert. Beispielsweise ist das Lagerleben sehr anschaulich gezeigt, in einem anderen Bild wird gezeigt, wie gerade ein feindlicher Spion verprügelt wird usw.
Hinter der Pfeilerhalle gelangt man zu einer Säulenhalle, in der gezeigt wird, wie der König in den Kreis der Götter aufgenommen
wird. Darstellungen des Sonnengottes Amun Re mit verschiedenen Barkenprozessionen. Im Allerheiligsten schließlich der übliche Sockel für die heilige Barke, an der
Rückwand die Gestalten von Ptah - Amun - Ramses II. und Re Harachte überlebensgroß.
Eine abschließende Bemerkung zu den (praktisch
menschenleeren) Bildern: an unserem Besuchstag waren wir nach einiger Zeit fast völlig allein. Das das nicht die Normalität ist beweisen die Besucherzählgeräte, die dabei helfen sollen, nur
eine bestimmte Anzahl von Besuchern in die Tempel einzulassen.
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