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Assuan
Assuan ist die mit Abstand schönste Stadt der hier beschriebenen Ägyptenreise. Obwohl sie in den vergangenen
Jahrzehnten insbesondere durch den Bau des Staudammes einen industriellen Aufschwung genommen hat, hat sie ihren lieblichen Charakter durch die bezaubernde Flusslandschaft am Nilkatarakt
erhalten. Die heute vorwiegend für die Touristen verkehrenden Feluken mit ihren großen Segeln sind bei dem stets blauen Himmel, der trockenen und somit klaren Luft sowie dem Grün der
Inseln und der schmalen fruchtbaren Uferzone eine Augenweide.
Der Gewürzmarkt von Assuan ist sehenswert - ein Einkauf bei
entsprechendem Bedarf erfordert aber Sachkenntnis. Wer nur ein Schnäppchen machen will und die einzelnen Qualitäten nicht voneinander unterscheiden kann, hat beim unbedingt
erforderlichen Handeln einen schweren Stand. Der Gewürzmarkt zieht sich nur ein kleines Stück weg von der Uferpromenade parallel zum Nil hin.
Eine besondere Spezialität in der Region ist der Hibiskusblütentee (Karkadeh), der warm, aber auch kalt getrunken wird und dann sehr erfrischend ist. In vielen Hotels bekommt man ihn an der Bar, eine gute
Alternative zu einem alkoholhaltigen Aperitiv. Die roten Blätter sind auf dem Gewürzmarkt natürlich auch zu bekommen.
Bei dieser Gelegenheit ein Wort zu den vielgepriesenen lokalen Heilmitteln gegen Durchfall, den man beim geringsten Abweichen von der Devise: “koch es, schäl es oder vergiss es” zwangsläufig bekommt.
Die hohe Wirksamkeit wird dem Fachmann bei der folgenden Auflistung sofort einleuchten:
Aus der lokalen ägyptischen Apotheke “etwas gegen Durchfall”
So etwas wird bei uns nur noch verordnet (!), wenn man kurz vor dem Exitus wegen Entwässerung steht. Zu Nebenwirkungen und Risiken sagte der Apotheker in Assuan eigentlich nichts...
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Elephantine und Kitchener Island
Zwei vom Charakter und Publikum ganz gegensätzliche Inseln kann man am besten auf einer ausgedehnten Feluke-Rundfahrt besuchen: Elephantine und die Kitchener Insel. Elephantine ist das Ziel der
Bildungsbeflissenen: die Insel ist nachweislich bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt worden und vermutlich der älteste besiedelte Teil des Gebietes um Assuan. Seit 1969 wird die Anlage sehr systematisch
unter Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben. Bei unserem Besuch (Febr. 02) war
allerdings hierdurch die Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt und einige interessante Stellen konnten nicht besichtigt werden. Von einem neuen Aussichtsturm im Süden der Ausgrabungen hat man einen
wundervollen Blick über das Flusstal und die Insel, dort ist auch das oben zu sehende Panorama entstanden.
Das kleine Museum auf der Insel hütete früher die Schätze, die heute sehr viel schöner im neuen Nubischen Museum in Luxor Stadt ausgestellt sind. Nun gibt es noch einige Überbleibsel, die nicht sehr ansprechend im
ehemaligen Wohnhaus des “Erbauers” des ersten Assuan Staudammes, Sir William Willcocks untergebracht sind. Ein kleiner sehenswerter Anbau enthält Informationen speziell zu den Ausgrabungen auf der Insel
Elephantine, wesentlich ansprechender als im Haupthaus präsentiert.
Gleich an der Anlegestelle ist auch ein Nilmesser zu sehen, eine Treppenanlage mit Höhenmaßangaben - je nach Nilstand wurde im Alten Ägypten die Steuer bemessen: hoher Nilstand bedeutete gute Ernte und damit
hohe Steuern, niedriger Nilstand zur Zeit der Nilflut das Gegenteil..
Die Kitchener Insel wird zur Erholung und Entspannung von den Touristen, aber auch vielen Einheimischen aufgesucht (insbesondere Sonntags ist es ziemlich voll).
Die Kitchener Insel wird auch als botanischer Garten Assuans bezeichnet, sie hat ihren Namen nach einem englischen Gouverneur, Lord Kitchener - der genauso erfolgreich wie brutal
gegen die damals im Sudan aufständischen Anhänger des Mahdi vorging.
Im relativ gepflegten Garten kann man die heißesten Stunden
des Mittags unter diversen Palmenarten, exotischen Bäumen und neben farbenprächtigen anderen Pflanzen verbringen.
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Simeonskloster
Teil des oben angesprochenen Feluka Ausflugs könnte ein Abstecher zum Simeonskloster werden. An der Bootsanlegestelle
auf dem westlichen Nilufer warten die - vorreservierten - Kamele bereits für einen Ritt hinauf zum Kloster (ca. 20 min) und dann - im Anschluß - weiter zu den Felsengräbern von Assuan (ca. 45 min).
Das Simeonskloster ist ein längst verlassenes, aber
verhältnismäßig gut erhaltenes koptisches Kloster. Es wurde im 7. Jhd gegründet und mehrmals erneuert und erweitert. Schließlich wurde es wegen den Problemen mit der
Wasserversorgung (es hat keinen Brunnen) und häufiger Angriffe von Nomadenstämmen im 13. Jhd. aufgegeben.
Gut beschrieben sind die Überreste des Klosters im - leider
vergriffenen - Standardführer von Brunner-Traut (Verlag Kohlhammer). Aber jede Landesbibliothek hat dieses Buch in der Ausleihe!
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Felsengräber
Vom Simeonskloster erreicht man in ca. 45 min auf dem Kamel (endlich mal eine ernsthafte Beförderung von A nach B, bei der
man durchaus ziemlich abseits einen ansehnlichen Weg zurücklegt) die Felsengräber von Assuan. Sie liegen - wie in Theben West - am Westufer des Nils und sind die Grabstätten von
Fürsten aus dem Alten und Mittleren Reich. Die Rampen und Treppen, die vom Nil heraufführen dienten dazu, die Särge mit einer großen Zeremon ie zu den Felsengräbern hinauf zu ziehen.
Wir besichtigten unter anderem das Grab Sarenput
II. aus der 12. Dynastie. Es zählt zu den großen und besterhaltensten Gräbern vor Ort. Sarenput II. Das Grab besteht aus einer großen Halle mit sechs symmetrischen nichtdekorierten Pfeilern.
Im weiteren findet sich eine Gallerie mit jeweils 3 Nischen links und rechts, die Reliefs des Fürsten zeigen. Eine zweite kleinere Pfeilerhalle hat vier mit Motiven Sarenputs Säulen. Dahinter befindet sich eine
Nische, in der das rechts zu sehende Bild aufgenommen wurde: Es zeigt Sarenput mit seinem Sohn und einem Teil seiner Biographie. Tatsächlich hatte doch ein Mitreisender in irgendeinem Ägyptischseminar genau
dieses Motiv untersucht und konnte mehr oder weniger präzise die Hiroglyphen erläutern. Interessant insbesondere die angeblich seltene Hiroglyphe des Elefanten oben links.
Von hier aus geht es nun mit der Feluka weiter zu den oben
beschriebenen Inseln Kitchener Island und Elephantine.
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Der grosse Obelisk
Einige Kilometer südlich von Assuan liegt einer der Steinbrüche, aus denen der berühmte Assuan Rosengranit stammt. Über
Jahrhunderte wurden von hier Obelisken, Säulen und Statuen hergestellt, die im ganzen Land Verwendung fanden. Hunderte von Handwerkern müssen Monate damit beschäftigt gewesen
sein, einen großen Obelisken aus dem Granit zu schlagen und ihn dann zu verfeinern.
Die Attraktion des Steinbruchs ist sicherlich der “Große Obelisk”, der noch unvollendet an seiner Geburtsstätte zu finden ist. Vermutlich haben mehrere Risse, die während der Bearbeitung
weshalb auch immer auftraten, zu einem Abbruch der Arbeiten geführt. Teilweise ist der Obelisk bereits freigeschlagen und geglättet gewesen. Mit seiner Höhe von 41 m und einem Gewicht
von 1168 t wäre er der größte bekannte Obelisk geworden.
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Nubisches Museum
Das ganz neue (1997 fertiggestellte) Nubische Museum in Assuan besticht - wie auch das Luxor Museum - durch seine übersichtliche und
regional begrenzte Darstellung ausgewählt interessanter bzw. schöner Exponate aus Oberägypten und Nubien.
Der Rundweg durch das Museum ist chronologisch gegliedert vom prähistorischen Nubien über das pharaonische Oberägypten in die griechisch-römische Zeit, gefolgt von Objekten aus der christlichen und
islamischen Kultur Nubiens.
Eine Abteilung mit typischen kunsthandwerklichen Produkten und Produktionsweisen mit Dioramen bildet den Abschluß des interessanten Rundganges, der je nach Interesse 1-2 Stunden einnimmt.
Überall in Ägypten findet man Papyrus-Handwerksbetriebe, so auch in Assuan. Im Hotel sollte man sich die Adresse eines seriösen Betriebes nennen lassen. Auch wenn der Portier sicher seine Provision von dem
empfohlenen Laden bekommt, er riskiert bei allzuviel Nepp doch am Ende sein Bakschisch...
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Interaktive Panoramabilder
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Nillandschaft bei Assuan
Blick über die Elephantine Insel bei Assuan
Blick über den Nil bei Assuan
Blick über den Nil bei Isis Island
Im Simeonskloster bei Assuan
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Weiterführendes
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TourEgypt.net - Karte von Assuan TourEgypt.net - Karte der Umgebung von Assuan
Jörg Müller - Qubbet el-Hawa, die Felsengräber von Assuan: Sehr umfassende Beschreibung der Felsengräber in
deutscher Sprache. Die Inschriften mehrerer Gräber sind übersetzt..
TourEgypt.net - Das Nubische Museum in Assuan, eine Rundtour in Bildern durch das Nubische Museum
Selket.de - Interessantes über den Papyrus
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