Assuan - Felluka auf dem Nil

Philae

Philae - Isis Tempel auf der Insel AgilkiaEin herrlicher Ausflug von Assuan aus, der in keinem klassischen Programm fehlt, führt auf die kleine Insel Agilkia mit ihren großartigen Tempelanlagen, die von der benachbarten Insel Philae gerettet wurden. Bereits vor dem Bau des neuen Hochdammes lag die Tempelanlage jeweils für einige Monate im Jahr teilweise unter Wasser, die Regulierung durch den (nördlich) gelegenen neuen Damm hätten das Bauwerk wohl noch weiter bedroht. So entschloss man sich zur Umsiedlung auf Agilkia, die durch Aufschüttung der ursprünglichen Heimat des Tempels von der Gestalt her angepasst wurde.

Philae - Blick durch das Tor Ptolemaios II zum TrajanskioskPhilae war eines der letzten - späten - Zentren der altägyptischen Religion, Isis war die Hauptgöttin, die hier verehrt wurde. Bis ins 6. nachchristliche Jahrhundert erfolgten hierhin Reisen griechischer, römischer und nubischer sowie beduinischer Pilger. Danach wurde auch der Rest der Anlage unter Justinian völlig für den christlichen Glauben umgewidmet. Dabei kam es - wie auch anderen umgeweihten  Tempeln - zu bedauernswerten Zerstörungen der altägyptischen Reliefs, die einfach ausgemeisselt wurden.

Auf der Insel sind eine Vielzahl von Gebäuden zu sehen, ein Aufenthalt von zwei Stunden reicht gerade aus, um das wesentliche zu besichtigen. Der Isistempel ist das eindrucksvollste Bauwerk auf der Insel - im 3. vorchristlichen Jhd. mit großem ersten Pylon, großem Kollonadenhof, zweitem Pylon, Vorhalle und Allerheiligstem von den Ptolemäern erbaut.

Philae - nubischer MusikantDer erste Pylon ist wie üblich mit dem Niederschlagen der Feinde durch den Pharao - hier Ptolemaios XII. - verziert. Nach Durchschreiten des Pylons öffnet sich ein ungewöhnlich geformter großer Kollonadenhof mit einem “Geburtshaus” an der linken Seite. Diese Geburtshäuser waren oft Teil der späten altägyptischen Tempel, sie dienten der Verehrung des Gottessohnes (hier des Sohnes Horus der Göttin Isis).

Der zweite Pylon knickt nun etwas nach rechts ab und ist deutliche schmaler als der erste (“nur” 32 m breit), der Besucher betritt nun den Teil der Anlage, der bis ins 13. Jhd. als koptische Kirche benutzt wurde. Ganz am Ende des Weges kommt man schließlich zum Allerheiligsten, in dem noch der Sockel für die Heilige Barke mit dem Kultbild der Isis steht.

 

Kalabscha Tempel

Assuan - Kalabscha TempelVom Assuan Staudamm aus kann man zum “geretteten” Kalabscha Tempel hinüber blicken. Wir nehmen ein kleines Boot, um vielleicht einen Kilometer über den Stausee zu fahren. Ursprünglich lag der Kalabscha Tempel etwa 40 km nilaufwärts (ziemlich genau auf dem nördlichen Wendekreis) und drohte in den Fluten des ansteigenden Nassersees unterzugehen. Mit wesentlicher Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Tempel zerlegt und hier wieder aufgerichtet. Assuan - Kalabscha Tempel: Mandulus und Augustus bei  einer Opfergabe

Kalabscha ist zunächst unter den Ptolemäern und später durch Augustus erbaut / überbaut worden und dem Tempelgott Mandulis geweiht.

An mehreren Stellen sind Reliefs erhalten, die den pharaonisch (!) gewandeten Augustus vor den Göttern zeigen - auch hier wieder sozusagen die Anbiederung gegenüber den Lokalgottheiten zur Durchsetzung der Machtansprüche.

Der Tempel selbst besteht aus Säulenhof, Vorhalle sowie drei Sälen. Das rechts zu sehende Relief befindet Assuan - Kiosk von Kertassi, Hathorkapitellsich im inneren Umgang des Tempels, der die drei Säle und die Vorhalle umfasst. Im 6. Jhd. wurde die Anlage übrigens zu einer christlichen Kirche umgewidmet.

Bei der Rettung der von der Überflutung bedrohten Tempelanlagen bildeten die Archäologen kleine “touristische” Zentren, an denen oft mehrere Bauten zu einem - nicht zusammen gehörenden - Ensemble konzentriert wurden. So findet sich auch hier ganz in der Nähe des großen Kalabscha Tempels ein kleiner “Kiosk” (das ist ein leicht gebautes, pavillonartiges Bauwerk, dessen Dach durch umlaufende Säulen oder Pfeiler getragen werden): der Kiosk von Kertassi. Er stammt aus der Nähe des berühmten Steinbruchs von Kertassi, etwa 30 km südlich vom heutigen Standort.

Es ist nicht sehr viel von ihm erhalten, aber sein Standort oberhalb des Nassersees in Verbindung mit der Tatsache, dass nicht sehr viele Besucher die Kalabscha-Insel besuchen reizt zu einer beschaulichen Pause innerhalb seines Säulenvierecks.

 

Der Assuan Staudamm

Segen oder Fluch für Ägypten: ganz klar läßt sich das auch mehr als 30 Jahre nach Fertigstellung des Assuan Hochdammes nicht sagen.  Eine 11. Klasse des Kreisgymnasiums Bargteheide hat sich über Vor- und Nachteile ihre Gedanken gemacht:

Ökonomische Vorteile - Ökonomische Nachteile - Ökologische Vorteile -Ökologische Nachteile

 

Interaktive Panoramabilder


Der Assuanstaudamm mit Blick zum Nil

zum Panorama: Assuanstaudamm mit Blick zum Nil

360 Grad Panorama Philae

zum Panorama: Philae

 

Weiterführendes


Sen-Nefer.de - Kalabscha
David Roberts -
Der Tempel von Kertassi : Historische Zeichnung aus dem Jahr 1838

 

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