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Die Ausgrabungsstätte von Tanis
Kaum ein Tourist besucht ein Ausgrabungsgelände vorwiegend französischer Archäologen, das im Delta zu finden ist: die
Residenzstadt der Spätzeit, Tanis. In Begleitung mehrerer Polizeifahrzeuge gelangen wir in etwa zweistündiger Fahrt dorthin, nur wenige Kilometer sandiger Hügellandschaft trennen
uns noch vom Mansalasee und somit vom Mittelmeer.
Das in der Bibel Zoan genannte Tanis ist eine Gründung nach dem Ende der Ramessidendynastie und folgt als Kontrapunkt der “Ramsesstadt”, mit der die gefundenen Ruinen anfänglich
verwechselt wurden. Diese liegen jedoch weiter südlich. Für mich als ungeschulten Besucher ist der Fragmenthaufen, der nicht
besonders “ordentlich” bereits wieder halb vom Sand verweht zu besichtigen ist, nicht sehr eindrucksvoll. Eine nähere Beschäftigung ist aber lohnend, denn es handelt sich bei Tanis um die mit Abstand
bedeutendste Ausgrabungsstätte im Deltagebiet. Schwierig wird es jedoch ohne sachkundige Begleitung oder ein Fachbuch.
Seit der 21. Dynastie bis in die römische Zeit hinein stand Tanis in großer Blüte. Viele Gebäude sind unter Verwendung von Architekturstücke - insbesondere auch aus der “Ramsesstadt”
entstanden, leider liegt jedoch alles in Trümmern. Man kann unter Anleitung einen großen Tempelbezirk identifizieren, in der Südwestecke befindet sich eine Nekropole der Pharaonen (unter anderem Scheschonk
III), die allerdings nicht vergleichbar ist mit den prächtigen Nekropolen in Oberägypten.
Interessant ist das Vorhaben der ägyptischen Altertümerverwaltung, keine neuen Genehmigungen für Ausgrabungen in Oberägypten zu vergeben, um das Interesse der internationalen Archäologen auf das
noch fast gänzlich unerforschte Nildelta zu lenken.
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