Positano, Capri und die Amalfiküste

Blick über die AmalfiküsteMeist strahlender Sonnenschein (Grundvoraussetzung), blaues Meer (kommt dann von alleine), die steil aufragenden Monti Lattari, an die sich relativ gezügelte Bebauungen anschmiegen (ein seltener Glücksfall), eine enge, gewundene Küstenstrasse (geht gar nicht anders): genau das macht eine Küste und somit die Amalfiküste zu “einer der schönsten Küsten der Welt”.

Natürlich ist eine der schönsten Küsten der Welt auch eine der teuersten Küsten der Welt - zumindest wenn sie seit mehr als hundert Jahren von Prominenz aus Politik, Kultur und Wissenschaft regelmäßig heimgesucht wird und diese dann auch noch Jubelschreie wie Positano - John Steinbecks einziger senkrechter Ort der WeltRichard Wagners “Der Garten Klingsors ist entdeckt!” ausstoßen. Zusätzlich ist die Küste wohl auch in den Top-Ten Reisezielen der wohlhabenden US-amerikanischen Reiseklientel aufgeführt, was zu gewissermaßen “verdorbenen Preisen” führt.

Man sollte also mit dem schlimmsten rechnen und das Eis am Dom von Amalfi, das Mittagessen in der Trattoria oder das Galadiner auf der Terasse eines Spitzenhotels in vollen Zügen geniessen und die Rechnung einfach ohne weiter nachzudenken bezahlen - oder gar nicht erst hinfahren. Wenn man soweit ist, hat man es geschafft: “Das Land in dem die Zitronen blühn” lässt alle Träume des Dolce Vita im sonnigen Italien wahr werden.Positano: Auf dem Sentiero degli Dei

Positano ist so ein Traumort, John Steinbeck nannte ihn “den einzigen senkrechten Ort der Welt” - die steilen Gassen laufen alle an einem kleinen Strand zusammen, an dem Anfang Juni noch nicht allzu viel los ist. Hier starten auch die Schiffe zur Insel Capri und nach Amalfi, sodass er als guter Ausgangspunkt für die Erkundung der Umgebung auch ohne Auto dient.

Wunderschöne Wanderungen können von hier aus - oder hier endend unternommen werden. Ein Beispiel ist der Sentiero degli Dei - der “Wanderweg der Götter”, der auf uralten Wegen auf halber Höhe von Bomerano nach Positano führt und von dem aus man fantastische Blicke auf die Küste geniessen kann. Es ist ganz klar, dass Juli und August hierfür nicht die beste Wanderzeit sind, bereits im Juni war es auf dieser Wanderung schon ganz schön heiss und dadurch natürlich sehr anstrengend.

Wanderung auf dem Götterweg von Bomerano nach Positano

Wanderweg Sentiero degli Dei - der Götterweg

Anspruchsvolle Wanderung über Treppenwege und Pfade mit grandiosem Ausblick über die Amalfiküste

Dauer: ganztags (5 h), Höhenunterschied ca. 750 m, Busverbindung von Positano nach Amalfi (
Fahrplan), dort umsteigen nach Agerola Bomerano (Fahrplan), empfohlen: Rother Wanderführer “Golf von Neapel”, Markierung rote “CAI”-Punkte

Wegbeschreibung: siehe z.B. den o.a. Wanderführer

Karten von Expedia Reisen
www.expedia.de

 

Amalfi: Dom mit Gegenüber Positano bietet Amalfi mit seinem Dom mit pittoresk-bunter Fasade “im normannischen Stil” ein echtes kunstgeschichtliches Highlight: Er manifestiert die große Bedeutung, die die Seerepublik Amalfi (sie war mit Pisa, Genua und Venedig ebenbürtig) im 11. Jahrhundert hatte. In seiner prächtigen Krypta werden die Gebeine des Apostels Andreas aufbewahrt, ein lohnender Rundgang durch den angeschlossenen Paradies-Kreuzgang, die Basilika, die Kathedrale und ihre Krypta sind übrigens auch außerhalb der üblichen Kirchenöffnungszeiten möglich (z.B. im Sommer zwischen 9 und 21 h).

Von Amalfi aus führt eine kleine Strasse hinauf zum Bergdorf Ravello, das heute ähnlich wie Positano den Ruf eines mondänen Luftkurortes besitzt und mit noch bekannteren Fünf-Sterne-Hotels samt Gästeprominenz aufwarten kann. Ravello: Auf dem Weg zur Villa CimbroneDer Dom ist bekannt für zwei bedeutende und sehenswerte Ausstattungsstücke: Kanzel und Ambo, die beide mit herrlichen Mosaiken verziert sind. Vom Garten der benachbarten Villa Rufolo aus bietet sich ein traumhafter Blick über die amalfitanische Küste. Ebenfalls bezaubernd ist die Aussicht vom Belvedere der Villa Cimbrone, sie ist mit einem kleinen Abstecher vom unten beschriebenen Weg zu erreichen.

Nicht vergessen wollen wir, daß Richard Wagner hier seinen Parsival (oder zumindest Teile davon) komponiert hat. Klar, woher er die folgende Szene zu Beginn des 2. Teils des 2. Aktes “Im Zaubergarten” hat:

...zugleich steigt  der Zaubergarten auf und erfüllt die Bühne gänzlich. Tropische Vegetation,  üppigste Blumenpracht; nach dem Hintergrunde zu Abgrenzung durch die Zinne der  Burgmauer, an welche sich seitwärts Vorsprünge des Schlossbaues selbst, arabischen reichen Stiles, mit Terrassen anlehnen. Auf der Mauer steht Parsifal, staunend in den Garten hinabblickend. Von allen Seiten her, zuerst aus dem Garten, dann aus dem Palaste, stürzen wirr durcheinander, einzeln, dann zugleich immer  mehr schöne Mädchen herein; sie sind mit flüchtig übergeworfenen, zartfarbigen Schleiern verhüllt, wie soeben aus dem Schlafe aufgeschreckt.

 

Wanderung rund um Ravello

Leichte Wanderung rund um Ravello mit schönem Ausblick über die Amalfiküste


Dauer: ca. 2 h, Höhenunterschied ca. 150 m

Wegbeschreibung: Ausgangspunkt ist der Domplatz, von dort in Richtung San Francesco und Villa Cimbrone, kurz vorher rechts die Treppe hinab, in den Gärten nach links auf einem ebenen Weg durch Zitronenhaine. Diesem Weg immer folgen, bis zu einer Felsgrotte mit Quelle. Auf der folgenden Strasse nach 100 m rechts auf Treppenwegen weiter durch Torello (Details siehe Karte nebenan).

Ravello: Rundwanderung um die Stadt mit schönen Ausblicken

Der Weg ist auch im o.a. Rother Wanderführer “Golf von Neapel” beschrieben, eine grosse Version der oben verwendeten Karte findet sich u.a. Kitravel

Capri

Capri: in Marina GrandeVon Positano aus kann man bequem mit dem Schnellboot Amalfi und die Insel Capri erreichen (Fahrplan). Wir reihen uns brav ein in die ca. 14.000 Tagestouristen, die von Neapel, der Sorrentinischen Küste oder eben der Amalfiküste herüberkommen. Ich musste es einfach gesehen haben, immerhin habe ich als Kind nichts lieber als das wässrige Capri-Eis geschleckt, die Capri-Sonne-Pyramide hat uns auf unzähligen Wanderungen begleitet und mit dem Ford-Capri meines besten Schulfreundes haben wir so manche Tour unternommen. “Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt ” würde ich zwar nicht mehr als Hit bezeichnen, den ich selbst als solchen empfunden habe, aber bei der Vorbereitung der Reise ist mir diese Zeile nun auch nicht aus dem Kopf gegangen.

Glücklich entkommen wir den Greifern der Bootstouren zur “Blauen Grotte”, die nach übereinstimmenden Aussagen nur an ganz ruhigen Tagen und viel Glück die Faszination ausstrahlt, mit der die Werbeprospekte überall werben. Obwohl wir in der Vorsaison da sind, stehen wir eine halbe Stunde an der Standseilbahn von Marina Grande nach Capri Stadt an. Oben ausgekippt liegt die “schönste Piazetta Italiens” (Zitat Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag) vor uns, leider sehen wir Capri - Die Faraglioni Felsensie vor lauter Menschen nicht. Natürlich ist es wie mit allen typischen Tageszielen: abends wird es ruhig und dann auch sicherlich wunderschön. Wir waren mittags da...

Aber schon einige hundert Meter vom Zentrum entfernt wird es ruhiger, hinter dem Hotel Punta Tragara beginnt ein Aussichtsweg, der uns an den bizarren Faraglioni-Felsen vorbeiführt. Wem es nicht zu heiß ist, der kann auch noch den ca. 45 min. Abstecher zur Villa Iovis vornehmen, der besterhaltenen antiken Anlage Capris. Besterhalten ist relativ, es sind nur noch Ruinenreste zu finden, aber dem geschichtsbewussten Reisenden wird es doch blümerant, wenn er sich klarmacht, dass es sich hierbei um einen Palast des Tiberius handelt, von dem aus der Sohn Augustus das römische Weltreich elf Jahre lang (26-37 n.Chr.) regierte.

Wanderung zu den Faraglioni-Felsen, der Grotta Matermania, dem Arco Naturale und der Villo Iovis

Capri - Rundwanderung um Capri Stadt zu den Faraglioni Felsen und dem Arco Naturale

Karten von Capri

Leichte Wanderung über Treppenwege (ein schwerer Aufstieg)

Dauer: ca. 2 h, Höhenunterschied ca. 300 m

Wegbeschreibung: Von der Piazzetta Umberto I. zum Hotel Punta Tragara, von da über einen Spazierweg vorbei an den Faraglioni Felsen zur Grotta Matermania, langer Treppenaufstieg zum Arco Naturale. Zurück in die Stadt und von dort hinauf auf ausgewiesenem Weg zur Villa Iovis (siehe auch o.a. Wanderführer)

Karten von Expedia Reisen
www.expedia.de

 

 

Panoramen: Klicken und etwas warten!


Panorama: Positano

Panoramabild Positano

360-Grad Panorama: Blick von der Villa Rufolo (Klingsors Garten :-) )

Panoramabild von der Villa Rufolo

 

Weiterführendes


Geo Spezial: Alle Wege führen ins Licht: Bezaubernd geschriebener Artikel von Andreas Wenderoth über die komische Lust des Deutschen am Wandern an der Amalfiküste

 

[Kampanien-Home] [Caserta] [Neapel] [Campi Flegri] [Avellino] [Amalfiküste] [Paestum] [Pompeji]

[Home] [Reiseberichte] [Photos][Panoramen] [Forum] [Gästebuch] [Linkliste] [Kontakt]