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Avellino - Nusco - Sant´Angelo di Lombardi - Montecorvino - Salerno
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Rundtour durch das unbekannte
Kampanien: die Irpinia Dauer: ganztags (11 h), ca. 200 km
Wegbeschreibung: Von
Avellino über Atripalda auf der alten (!) Strasse No. 7 nach Montemarano (1,5 h). Von dort nach Nusco (1 h). Besichtung des Städtchens und Mittagspause in der Cantina d´Anna. (3 h).
Abstecher nach Sant´Angelo di Lombardi und Besichtigung (1,5 h). Fahrt nach Montella und über landschaftlich sehr reizvolle Strecke nach Montecorvino (1,5 h). Zurück über Battipaglia und
je nach Zeit Autobahn oder Landstrasse nach Avellino (min. 2 h).
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Kennen Sie Nusco? Wahrscheinlich nicht - und dann haben Sie
etwas versäumt, falls Sie schon einmal in Kampanien waren. Die heutige Rundfahrt führt in das sehr wenig bekannte Kampanien, in die Monti Picentini und die Irpinia.
Traurige Bekanntheit hat die Gegend, die sich östlich Avellino in
Richtung Basilicata erstreckt, durch das schwere Erdbeben von 1980 erlangt. Mehr als 10000 Menschen verloren dabei ihr Leben, einige der am schwersten betroffenen Städtchen
besuchen wir - sie sind zu grossen Teil wieder instandgesetzt und haben durch eine umsichtige Erneuerung einen besonderen Reiz erhalten.
Um Avellino liegt das Land der Nüsse: Walnüsse, Kastanien und
vor allem Haselnüsse werden in grossem Stil angebaut, die saftig grünen Wälder (noch im Juni!) lassen vergessen, dass wir uns in Süditalien befinden. Nahe Avellino, in
Atripalda fahren wir am Weingut der Fratelli Mastroberadino vorbei. Sie kultivieren seit einigen Jahren einen hervorragenden Wein, der sich deutlich von der leider nur sehr mittelmäßigen Qualität der übrigen Weine
Kampaniens abhebt. Gut, wer da nicht mit 20 kg Freigepäck unterwegs ist. Wir fahren auf der alten Strasse Nr. 7 kurvenreich durch die gebirgige Landschaft in Richtung Montemarano, von wo aus wir einen weiten
Blick über die nördlichen Ausläufer der Hügellandschaft haben.
Nusco - unser nächstes Ziel - wurde besonders schwer vom
Erdbeben von 1980 getroffen, mittlerweile ist das Dörfchen aber liebevoll und umsichtig erneuert worden. “Are you tourist?” fragt Mario unvermittelt am Marktplatz. “Hierher verirren sich noch
sehr wenige Besucher, obwohl wir sehr viel in den letzten Jahren dafür getan haben, um als Tagesziel attraktiv zu werden.” Er arbeitet für das regionale Fremdenverkehrsbüro und zeigt uns,
dass sie sogar markierte Rundwanderwege um das Städtchen angelegt haben. “Man nennt Nusco den Balkon der Irpinia” fährt er fort, “sehen Sie sich mal dieses Panorama an!”.
Bei “d´Anna” sollen wir mal zum Mittagessen vorbeischauen,
Cantina tipica. Nicht ganz leicht zu finden, aber Anna kennt hier jeder und man zeigt uns den Weg. Die Küche ist wirklich volkstümlich typisch, natürlich sind wir hier der ersten Touristen
seit Goethe in Kampanien war. Wir werden gar nicht gefragt, was wir denn essen wollen: Die ganze Familie erklärt uns nur mit Händen und Füssen, was es gibt. “Maccaroni al Pomodoro, Fleischspiess und Dolce - Ist
das recht?” - na klar; es schmeckt hervorragend.
Noch nicht ganz so weit fortgeschritten sind die Renovierungsarbeiten im nahegelegenen Sant´Angelo dei Lombardi. Ebenfalls schwerstens zerstört erkennt man hier, wie ganze Viertel neu aufgebaut wurden, der
“Dom” ist bereits fertig rekonstruiert, das aus dem 11. Jhrd stammende Langobardenkastell ist noch “in Restauro” - auch wenn der Dumont Kunstreiseführer anderes behauptet (Stand Juni 2001).
Nun fahren wir südlich in Richtung Montella, hier erreichen die Berge fast 1800 Höhenmeter und die Strasse windet sich durch
enge Täler. Bei Montella bietet es sich an, eine Espressopause einzulegen und dem Treiben auf den Strassen zuzusehen. Das Monastero del Monte macht seinem Namen alle Ehre, der Weg
zum Kloster dürfte einer ordentlichen Selbstkasteiung entsprechen. Jetzt sieht es auf der Landkarte nicht mehr weit aus: wenige Zentimeter “Luftlinie”, die allerdings gefahren
werden wollen: das Strässchen schlängelt sich durch Wälder und über Pässe. Einige bezaubernde Aussichten entschädigen für das “Gegurke”. Bei Montecorvino dominiert plötzlich wieder der
Olivenanbau mit prächtigen Mohnfeldern die Szenerie.
Je nach noch verfügbarer Zeit kann zur Rückfahrt die Autostrada
oder die Landstrasse über Salerno gewählt werden.
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