![]() |
|
|
||||||||||
|
|
||||||||||
|
|||||||
|
Seit der Antike - die Griechen gründeten bereits um das 7. vorchristliche Jahrhundert hier ihre ersten Kolonien - sind mit den Campi Flegri, den Brennenden Feldern, Mythen der Vorwelt verbunden, die die Bevölkerung und schließliche in der Reflexion auch die Bildungsreisenden im besonderen Masse stimulierten und faszinierten. So galt der Solfatara-Krater als die Schmiede des Feuergottes Hephaistos, der Averner-See (er exhalierte noch bis vor einigen hundert Jahren giftige Dämpfe) wurde als der Eingang zur gesamten Unterwelt erachtet.
Nur eineinhalb Kilometer entfernt liegt Pozzuoli, interessant
natürlich für die klassischen Studiosi wie für geophysikalisch interessierte Zeitgenossen. Die eindrucksvollste antike Ruine in Pozzuoli ist das Amphitheater, das an der vom Solfatara-Krater kommenden Hauptstrasse gelegen ist. Interessant ist es - neben der Tatsache, dass es das eines der grössten Theater überhaupt ist - durch die sehr gut erhaltenen und zur Besichtigung freigegebenen Untergeschosse, in denen die Ausrüstungsgegenstände der Gladiatoren lagerten, die Raubtierkäfige untergebracht waren und die Kulissen ihren Platz fanden. Christoph Höcker schreibt im Dumont Kunstreiseführer “Golf von Neapel und Kampanien”: “Erfolgreiche Gladiatoren verfügten, wie man aus zahlreichen pompeijanischen Graffiti weiß, über eine bisweilen große Fangemeinde und waren in Eitelkeit und Rivalität durchaus mit heutigen Film-, Sport- oder Popstars vergleichbar. Dabei standen sie meist im Dienst reicher Unternehmer, ganz wie heute Boxer oder Catcher...”. Offensichtlich nach wie vor umstritten ist, ob solche Arenen auch für nachgestellte Seeschlachten (Naumachien) genutzt wurden, bzw. überhaupt genutzt werden konnten.
Im Kastell von Baia sind ganz eindrucksvoll einige Funde präsentiert: eine moderne Präsentation eines Nymphäums ragt besonders heraus. Nach Aussagen des Museumspersonals ist eine Erweiterung geplant, die auch Objekte des Archäologischen Nationalmuseums in Neapel übernehmen soll. Vorbei am Lago Miseno fahren wir hinauf nach Monte di Procidia, von wo aus man einen herrlichen Rundblick über das südlich gelegene gleichnamige Cap und die Inseln Procidia und Ischia hat. Der Lago Fusaro und der Lago d´Averno liegen nördlich in der etwas zersiedelten Region. Mit der Besichtigung des griechischen Kyme, röm Ein im Jahr 1932 von dem italienischen “Schliemann” Amedeo Maiuri entdeckter, über hundertdreissig Meter in den Tufffelsen führender Schacht wird mit dem Orakel in Verbindung gebracht. Hier soll Äneas an Land gegangen sein wie Vergil im Buch VI der Aeneis, der römischen Version der Äneas-Sage es beschreibt und gleich mit der Sybille in Kontakt gekommen sein. Steintafeln zitieren die entsprechenden Sätze und verleihen dem gesamten Ensemble einen entsprechenden Rahmen.
Von der Anhöhe aus hat man einen schönen Blick über das gesamte, teilweise nicht zugängliche Ausgrabungsgelände. Ganz am östlichen Horizont erkennt man den Arco Felice, einen geziegelten Bogen, der einen künstlichen Taleinschnitt überspannt und in römischer Zeit erbaut wurde. Auf antikem Pflaster schliesst man die Runde, wenn man am Abend durch ihn zurück zur Autostrada in Richtung Neapel fährt.
|
|
|
[Kampanien-Home] [Caserta] [Neapel] [Campi Flegri] [Avellino] [Amalfiküste] [Paestum] [Pompeji] |
|
[Home] [Reiseberichte] [Photos][Panoramen] [Forum] [Gästebuch] [Linkliste] [Kontakt] |
|||