|
|
Nationalmuseum - Dom - S. Chiara - Galleria Umberto I. - Castel Nuovo
|
|

|
Rundgang durch die Altstadt
von Neapel Dauer: ganztags (8-9 h)
Wegbeschreibung: Vom
Bahnhof mit der Metro (Richtung Pozzuoli) eine Station zur Piazza Cavour, Besichtigung des Archäologischen Nationalmuseums (2-3 h), von dort zum Dom (30 min), Besichtigung (30 min), durch
die Altstadt zur “Unterwelt” von Neapel - Napoli Sotteranea (Besichtigung 1-2 h), weiter zur S. Chiara (30 min)
mit Besichtigung des Kreuzgangs (1 h), Espressopause in der Galleria Umberto (1 h), vorbei am Teatro S. Carlo und dem Palazzo Reale zum Castel Nuovo (1 h), mit dem Bus zurück zur Stazione Centrale
|
www.expedia.de
|
|
“Bei ganz rein heller Atmosphäre kamen wir Neapel näher; und nun fanden wir
uns wirklich in einem andern Lande. Die Gebäude mit flachen Dächern deuten auf eine andere Himmelsgegend, inwendig mögen sie nicht sehr freundlich
sein. Alles ist auf der Straße, sitzt in der Sonne, so lange sie scheinen will.” schreibt der Frankfurter Geheimrat auf seiner “Italienischen Reise” im Jahr
1787. Man kann sich kaum vorstellen, dass er am Beginn des 21. Jahrhunderts ähnliche Zeilen formulieren würde.
Die teure Spiegelreflexkamera lässt man heute besser zu Hause...
Im Dreieck zwischen der Stazione Centrale, dem Archäologischen Museum und dem Palazzo Reale finden sich alle Vorurteile über Italiens Süden im allgemeinen und Neapel im Besonderen bestätigt: zu viele Menschen auf zu
dichtem Raum, Armut, Unterentwicklung. “Ungewöhnliche” Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die mehr an Dehli´s Souk als an Europa erinnern. Die neueren Reiseführer schreiben von der Verbesserung der Situation, nachdem
Ende der 80er Jahre die Bevölkerung nach der schier grenzenlosen Korruption und Misswirtschaft bei der Verwaltung der Erdbebenhilfe von 1980 ein
Umlenken gefordert hatte und mit dem Bürgermeister Antonio Bassolino ein angesehener Mann zumindest in einigen Vierteln für Fasadenputz und
Sauberkeit und relative “Ordnung” gesorgt hatte. Wie schlimm muss es also vorher gewesen sein!
Mit der Metro kommt man von der Stazione Centrale schnell zur
Piazza Carvour, von wo es zu einem der bedeutendsten archäologischen Museen Europas nur einige Schritte sind. Natürlich sind die Eintrittspreise gesalzen, aber für jeden Kunst-
und Kulturinteressierten ist der Besuch ein absolutes Muss. Besonders herausragend sind die Sammlung Farnese (mit der berühmten Gruppe des Farnesischen Stiers und dem Herkules),
die Mosaikensammlung aus Pompeij (mit dem Alexandermosaik) und das “Geheimkabinett” mit Darstellungen ziemlich eindeutiger erotischer Szenen. Es ist erst seit kurzem wieder der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden und kann auch nur nach Anmeldung (direkt am Eingang einen Termin geben lassen, begrenzte Gruppenstärke!) besucht werden. Viele weitere
Objekte sind weltberühmt, ein sehr guter Führer (auch in deutscher Sprache) und eine Audiotour sind an der Kasse erhältlich.
Mit ein bischen Glück schafft man die Besichtigung des Domes San Gennaro
gerade noch vor der italienüblichen Mittagspause (12:30 h bis 16:30 h?), interessant ist hier vor allem das für Neapel heute noch überaus bedeutungsvolle Ritual um ein “Blutwunder”, bei
dem eine Ampulle angeblich geronnen Blutes des Heiligen zweimal jährlich zum Geburts- und Todestag des Märtyres (durch Schütteln!) wieder flüssig wird. Die Ampullen werden in
einer Seitenkapelle in einem Altar verwahrt und werden von der Bevölkerung hochverehrt.
Etwas ausserhalb des üblichen Studienkanons steht die interessante Besichtigung des neapolitanischen Untergrundes - Neapolitana
Sotterano. Eine Studenteninitiative führt (manchmal auch in deutscher Sprache) durch die unterirdischen Gänge. Platzangst darf man als Besucher an
manchen Stellen jedoch nicht haben, wenn man sich durch lange, enge und stockdunkle Spaltengänge vorwärtsbewegen muss.
Santa Chiara mit ihrem Majolika-Kreuzgang ist die nächste Station auf dem klassischen Rundgang. Bei unserem Besuch wimmelt es von winzigen Mücken,
die den Aufenthalt nicht sehr angenehm werden lassen, ansonsten lädt der überraschend ruhige Innenhof zu einer Verschnaufpause beim Gang durch Alt-Neapel ein.
Die Galleria Umberto I. ist eine der großen italienischen Gallerien, die eine ganze Reise exklusiver Geschäfte, Cafés und Bars beherbergt. Hier kann man
sich ein Eis gönnen oder einen Espresso trinken, allerdings aufpassen, dass man nicht übers Ohr gehauen wird!
Der südliche Ausgang der kreuzförmigen Gallerie führt direkt zum Teatro San Carlo, das 1737 im Auftrag von Karl III. entstand und für längere Zeit das
prachtvollste und grösste Opernhaus der Welt war. Viele Uraufführungen - unter anderem von Bellini, Donizetti und Rossini fanden hier statt, es bietet über 3000 Personen Platz.
Wir spazieren vorbei am Palazzo Reale. Bezeichnet Caserta das
Ende der großen absolutistischen Paläste, so markiert der Palazzo Reale in Neapel den Beginn dieser Anlagen. Heute beherbert er die Bestände der Nationalbibliothek von Neapel. Mit
dem Castello Nuovo geht es noch weiter zurück in die Vergangenenheit der wichtigsten Baudenkmäler Neapel; seine Anfänge liegen im 13. Jahrhundert.
|