Paestum - Magna Graeca im Cilento

Salerno, Paestum und nördlicher Cilento

Karte: Salerno, Paestum und nördlicher Cilento

Rundtour in das Gebiet des Mozzarella

Dauer: ganztags (10 h),  ca. 150 km

Wegbeschreibung: Besichtigung von Dom und Altstadt von Salerno (2 h). Fahrt in Richtung Battipaglia und von dort Richtung Paestum (1 h). Auf dieser Strecke eine Caseficio besuchen und Mozzarella einkaufen (30 min)! Besichtigung der Tempel von Paestum Mittagspause (ca 3 h). Ausflug nach Süden in den nördlichen Cilento (ca. 1 h), Kaffeepause und zurück nach Salerno (ca. 2 h)

Salerno: Dom

Salerno liegt im (Bedeutungs-) Schatten der großen Reiseziele Kampaniens, jedoch im Schnittpunkt so vieler Autostradas und wichtiger Verbindungsstraßen, dass sich ein Besuch förmlich anbietet.

Auch nach mehr als 20 Jahren sind in der Altstadt in ganzen Vierteln noch die Auswirkungen des schweren Erdbebens von 1980 zu erkennen: viele Fassaden die noch immer von langsam verrostenden Gerüsten “gestützt” werden oder die eingestellte Renovierungsarbeiten anzeigen.

Hauptsehenswürdigkeit der Altstadt ist der im 11. Jhrd. erbaute Dom, der unter Robert Guiscard erbaut wurde und von Papst Gregor VII. geweiht wurde, dessen Grab im Dom zu finden ist. Der Dom zeigt sich heute in hervorragend restauriertem Zustand, die barocke Umformung wurde an einigen Stellen dezent geöffnet, um den ursprünglichen normannischen Stil zu zeigen. In der Krypta befinden sich die Gebeine des Apostels Matthäus, der auch im Mittelpunkt einer großartigen Bronzetür steht, die 1099 in Konstantinopel hergestellt wurde (die Beschreibung im Dumont Kunstführer Golf von Neapel ist allerdings gar nicht zutreffend!).

Salerno: in der AltstadtVon Salerno aus bietet sich der klassische Ausflug nach Paestum an:

“Beim frühsten Morgen fuhren wir auf ungebahnten, oft morastigen Wegen einem Paar  schön geformten Bergen zu, wir kamen durch Bach und Gewässer, wo wir den  nilpferdischen Büffeln in die blutroten wilden Augen sahen.

Das Land ward immer flacher und wüster, wenige Gebäude deuteten auf kärgliche Landwirtschaft. Endlich, ungewiß, ob wir durch Felsen oder Trümmer führen,  konnten wir einige große länglich-viereckige Massen, die wir in der Ferne schon bemerkt hatten, als überbliebene Tempel und Denkmale einer ehemals so prächtigen Stadt unterscheiden.” Klar von wem das stammt...

Paestum: Basilika (Heratempel)Der Herr Geheimrat würde sich heute auch schwertun, die nilpferdischen Mozzarella-Produzenten von der - nicht mehr ganz so morastigen Strasse - aus zu finden: wir haben jedenfalls kein Glück gehabt. Ganz sicher aber findet man entlang der Strasse von Battipaglia in Richtung Paestum eine Caseficio, in der man die Herstellung beobachten kann und natürlich auch die weißen Klöschen einkaufen kann. Da sie aus Vollmilch hergestellt sind, zahlt man ein hübsches Sümmchen für eine große Mozzarella - aber derartig frisch wird man sie bei uns nur schwer kaufen können.

Paestum: PoseidontempelAls im 18. Jahrhundert die Ruinen einer vor über 1000 Jahren blühenden griechisch/römischen Stadt in den Malariasümpfen des Cilento entdeckt wurden, war die Aufregung unter den europäischen “Grand Tour”-ists (so nennt man die frühen Studienreisenden) ziemlich groß. Mir ist überhaupt nicht klar, wie diese riesigen Tempel einfach “vergessen” werden konnten.

Klar ist heute jedenfalls, diese Stadt bereits im 7. Jhdt v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde und im Laufe der Zeit römisch überformt wurde, wobei die Tempel in die sich entwickelnde Stadt integriert blieben. Die heutigen Namen Poseidon, Athena und Heratempel sind reine Spekulationsnamen, die eigentliche Bedeutung ist unklar.

Paestum: AthenatempelDer älteste Tempel ist der Heratempel (“Basilika”) ganz im Süden des Ausgrabungsgeländes, daran schließt sich der jüngste und größte der drei Tempel, der Poseidontempel an. Etwas weiter im Norden schließlich liegt der kleinere Athenatempel. Angeblich sehenswert ist auch das kleine Museum in Paestum, dass jedoch leider bei unserem Besuch (montags) geschlossen war. Vielleicht war auch das der Grund, dass - im Gegensatz zu Pompeji - hier keine Menschenmassen die Ruhe gestört haben.

Falls es noch nicht zu spät am Nachmittag ist, kann ich einen Ausflug in den nördlichen Cilento (wie oben auf der Karte gezeigt) nur empfehlen. In der Vorsaison ist noch nicht viel Trubel und die kurvige Landstraße entlang der Küste bietet schöne Ausblicke. Irgendwo findet man sicher auch eine Espressobar, in der man eine kleine Pause machen kann bevor es wieder zurück in Richtung Salerno geht.

 

Panorama


360 Grad Panorama: Tempel von Paestum

360 Grad pan and zoom-Panorama: Tempel von Paestum

Weiterführendes


Cilento Nationalpark: hervorragende deutschsprachige Seiten über den Cilento, Paestum und Velia mit Bildern, weiterführenden Links

xeat ´n drink Franken: Rezept zur Herstellung der Mozzarella

 

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