Caserta und die Provinz Benevento

Die Teilung Zyperns

Mit Beginn der osmanischen Herrschaft im 17. Jhd entwickeln sich islamisch und christlich orthodoxe Bevölkerungsgruppen parallel, d.h. weitgehend unvermischt. Nach der Unabhängigkeit Zyperns 1960 kommt es schon bald zu einem Bürgerkrieg zwischen den griechisch zypriotischen und türkisch zypriotischen Teilen. Er führt schließlich zu einer Teilung der Insel nach der Besetzung des Nordteiles Zyperns durch die türkische Schutzmacht des Unabhängigkeitsvertrages. Bis heute wird die von Raoul Denktasch als “Präsidenten” geleitete Republik international nicht anerkannt. Die “Green Line” - ein von der UN überwachter Trennungskorridor - bildet auch heute noch ein schwer überwindbares Hindernis (auch für Touristen). Der Nordteil ist nur mit einem Ein-Tages-Visum vom Süden aus zu besuchen, Reisegruppen dürfen die “Grenze” nicht passieren. Ich wünsche mir, bald beide Teile in einer Reise problemlos besuchen zu können und den “fehlenden” Nordteil dann nachtragen zu können.

Die folgenden Passagen beziehen sich deshalb ausschließlich auf den nördlichen Teil “Süd-” Zyperns.

Ein sehr umfangreiches deutschsprachiges Reisebuch zu Nordzypern findet sich bei Schwarzaufweiss.de.


Nikosia

Nikosia - JohanniskathedraleUnser einziger Tag (wir sind im November unterwegs!), an dem es - signifikant - regnet. Glücklicherweise kein Problem, da wir ohnehin heute ein grosses Museumsprogramm vor uns haben. Von unserem ersten Standort in der Nähe von Larnaka (einem ganz netten Badehotel mit erstaunlich vielen osteuropäischen Gästen) fahren wir in ca. einer Stunde über die Autobahn zur Hauptstadt Zyperns. An verschiedenen Stellen kommen wir der Demarkationslinie “Green Line” so nahe, dass wir die nord-zypriotische Flagge auf den Beobachtungs-/Militärposten sehen. Sie dekoriert auch - mehrere Fußballfelder groß - einen Hang im Nordteil und provoziert und ärgert die griechisch zypriotische Bevölkerung im Südteil. Aus der Messaoria-Ebene und vom ansteigenden Troodos Gebirge aus ist sie überall zu sehen.

Nikosia: Büste Makarios vor dem Erzbischöflichen PalastAuch in Zypern ist die Führung von Gruppen an manchen Sehenswürdigkeiten nur durch lizensierte Fremdenführer erlaubt, dies gilt insbesondere für alle Highlights des heutigen Tages. Aber unsere qualifizierte “eigene” Reiseleiterin arrangiert sich, sodass sich die mit “lokalen Guides” so oft verbundene Qualitätseinbusse in Grenzen hält. Das archäologische Museum in Nikosia ist natürlich nur etwas für hartgesottene Kulturtouristen, die Sammlung ist aber interessant. Mit einigen Erläuterungen kommt man auch als Techniker der Kammbandkeramik etwas (na ja, etwas...) näher und die eine oder andere großformatige Abbildung stimmt schon auf die noch vor uns liegenden Besichtigungspunkte der Rundreise ein. Die “ Aphrodite von Soloi” ist ein MUST, immerhin lockt die Tourismuswerbung Zyperns mit genau dieser Dame die Leute auf die Insel. Auch die Königsgräber von Salamis und einige Funde aus Tamassos sind recht interessant präsentiert, insgesamt kommt man in 1 1/2 Stunden ganz gut durch.

Nikosia: Erzbischöflicher PalastDie Johannes Kathedrale ist unser nächstes Ziel, sie befindet sich unmittelbar neben dem Erzbischöflichen Palast und dem angeschlossenen Ikonenmuseum. Ihr Freskenschmuck, der gar nicht so alt - nämlich aus dem 18. Jahrhundert - ist, leuchtet in prächtigen Farben. Leider wurden wir ziemlich rasch durch die Kirche geschleust, sie ist sehr klein und Gruppen dürfen nur einige Minuten drinnen verbleiben. Sehr schön auch die goldverzierte Ikonostase (siehe unten stehenden Link für allgemeine Informationen), die das Kirchenschiff (Naos) vom Altarraum trennt.

Beim Besuch des Ikonenmuseums hat es sich mal wieder gezeigt, dass eine gute Führung auch Interesse an für mich zunächst wenig spannenden Objekten (hier eben byzantinische Ikonen) wecken kann. Die Sammlung geht auf Initiative des ehemaligen Erzbischofes und Präsidenten von Zypern, Makarios zurück. Er lies aus dem ganzen Land die wertvollsten Ikonen “retten”, sie werden gut präsentiert und mit einigen Erläuterungen öffnet sich die Symbolik hinter den seltsam flach wirkenden Motiven. Eine kleine Propaganda-Abteilung gehört auch zum Museum, in ihr wird - vermutlich zu recht - dargestellt, wie griechisch-orthodoxe Kulturgüter im Nordteil Zpyern geschändet und in alle Welt verscherbelt wurden und teilweise wohl auch noch werden.Nikosia - Omeriye Moschee

Nach so viel Kultur ist ein “typisches” Mittagessen in der hübsch touristisch hergerichteten Altstadt Nikosias genau das richtige für uns, Kleftiko und Afelia und etwas Rotwein (kommt häufig - wie auch das Bier - von einem kirchlichen Weingut) und ein zypriotischer Kaffee mit Satz in der Tasse (ist natürlich nix anderes als ein türkischer Kaffee, aber das darf man so nie aussprechen) machen uns wieder fit für das Nachmittagsprogramm. Ein Stadtrundgang (es hat aufgehört zu regnen!) führt klarerweise zur “Green Line” (am besten über die Ledra Street - Hauptgeschäftsstrasse Nikosias), die mitten durch die Stadt verläuft. Mauern, Stacheldraht und bewaffnete Soldaten hinter Sandsäcken erinnern bedrückend an die Teilung Berlins.

Vorbei an der Phaneromeni-Kirche und der Arablar Camii schlendern wir durch die Altstadt. Weiter geht der Weg zum Wohnhaus des Hadji Georgakis Kornesios (einer der Dragoman der Osmanen) und verschiedenen orthodoxen und islamischen Gotteshäusern, unter anderem der Omeriye Moschee. Von dort ist es nur noch ein kurzer Weg zum Busparkplatz, der sich auf einer der Bastionen der gut erhaltenen venezianisch-osmanischen Stadtmauer. Ein obligatorischer Abstecher zum legendären Ledra-Hotel - einst das Nobelhotel der Stadt und nun Sitz der Uno-Schutztruppen direkt an der Green Line beschließen den eindrucksvollen Tag.Tamassos: Königsgrab


Tamassos

Mehr oder weniger “holen wir den Parkwächter aus den Federn”, als wir um 9 Uhr vor dem Tor des Ausgrabungsgeländes von Tamassos stehen. Es ist eines der Stadtkönigtümer Zyperns, das seine Blütezeit im 7. Jhd. vor Christus hatte. Als Touristenziel ist es insbesondere wegen seiner sehenswerten Königsgräber bekannt, deren steinerne Verzierungen aussergewöhnlich sind. Das im Baedecker als Astarte-Aphrodite Tempel bezeichnete nebenan liegende Trümmerfeld könnte für hartgesottene Strapaziosis auch interessant sein, ich konnte da nichts mehr erkennen...


Auf dem Partisanenweg zum Kloster Macheras und Fikardou

Fikardou: Tonkrüge (Pitharia)Irgendwo “kurz” hinter dem Kloster des hl. Herakleidios geht eine kleine Schotterpiste von der Landstrasse ab, nach einigen Kilometern (sorry, genauer bekomme ich das nicht mehr hin) gibt es einen unscheinbaren Einstieg in einen herrlichen Wanderpfad entlang einer teilweise tiefen Schlucht in Richtung des Klosters Macheras. Er wurde angeblich während des Unabhängigkeitskampfes von Partisanen benutzt, er endet auch stilgerecht an einer Höhle, in dem die Briten einen EOKA-Offizier (Grigoris Afxentiou) ausgeräuchert hatten. Von dort ist es nicht mehr weit zu dem Kloster, das wir jedoch zugunsten eines Besuches des Museumsdorfes Fikardou rechts liegen lassen.

Ganz zufällig hat die “kleine Dorftaverne” (der Wirt kann wohl fünf Busse mit Touris setzen, trotzdem aber sehr gemütlich!) geöffnet und wir können ein deftiges und gutes kleines zypriotisches Mittagessen einnehmen. Der Wein - er kommt in einer Kürbis-Kalebasse - ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, oder in so grossen Mengen, dass es auf den Geschmack nicht ankommt.

Fikardou ist ziemlich verlassen, einzelne Häuser sind jedoch zu besichtigen und geben einen guten Eindruck vom Leben in einem Dörfchen vor vielleicht 50 - 150 Jahren. Auffallend sind einige grosse Tongefässe (Pitharia), die wir auch an vielen anderen Stellen auf der Insel antreffen, und die zur Aufbewahrung und zum Frischhalten von Lebensmittel dienten.

Wanderung zum Kloster Macheras

 

 

Panoramabilder


Beim Kloster Macheras

zum Panorama: Beim Kloster Macheras

Fikardou

zum Panorama: Fikardou

 

Weiterführendes


Stadt Nikosia: Offizielle Seite mit Informationen zur Geschichte und Sehenswürdigkeiten (Öffnungszeiten!)
TravelToCyprus: Touristische Karte des Südteils von Nikosia
Travel To Cyprus - Nikosia Stadtplan mit touristischen Sehenswürdigkeiten
The Official Web Site of Cyprus:
Discoveries at Tamassos, einige Informationen zu den Ausgrabungen der Königsgräber
Christoph Brey: Einführung in das Schema einer orthodoxen
Ikonostase
Ikonenzentrum Saweljew: Die
Ikonostase

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