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Kolossi
Einige Kilometer von Limassol entfernt liegt die Johanniterburg Kolossi, die auf Land erbaut wurde, dass der fränkische König Hugo I. bereits im 13. Jhd dem Orden geschenkt hatte. Sie ist unser erster Etappenpunkt auf unserer langen Fahrt von Platres
zur Akamas-Halbinsel - vollgepackt mit alten Steinen.
Die Frage, ob es in dem großzügigen, mit grossen Kaminen ausgerüsteten, fensterlosen Turm jemals “gemütlich” war, beschäftigte mich den ganzen Tag. Abgesehen von dem ganz
fotogenen Gebäude fiel mir beim Besuch ein grosses Gebäude nebenan auf - eine Zuckerrohrfabrik. Ich mochte es erst gar nicht glauben, aber die Tatsache, dass Zypern ganz Europa einst
mit Zucker versorgte (siehe “Weiterführendes”), lässt es plausibel erscheinen.
Kurion
Als klassisches **-Ausflugsziel auf Zypern gilt auch Kurion - eines der zyprotischen antiken Stadtkönigtümer. Die
ausgegrabenen Reste stammen fast ausschließlich aus römischer Zeit, zum Standardprogramm zählen das rekonstruierte Amphitheater und das danebenliegende Haus des Eustolios mit gut erhaltenen Fußbodenmosaiken aus
frühchristlicher Zeit. Die gute Akustik des Theaters wird sehr zum Gefallen der ca. 15-20 anwesenden Busgesellschaften durch einen “klassischen” griechischen Tanz (Musik aus Ghettoblaster)
und Rezitative verkannter Schauspieler aus allen Nationen Europas demonstriert. Der Ausblick aufs Meer ist aber tatsächlich,300 reizvoll und wem das Theaterstück oder die
öffentliche Disputation nicht gefiel, konnte sich dadurch problemlos aufs angenehmste ablenken.
Nicht weit weg vom Amphitheater liegt (nach meiner Erinnerung in der Kurve, bevor es wieder unterhalb des Theaters aus dem Gelände hinausgeht) eine frühchristliche Basilika. Ohne Reiseführer/Reisebüchlein wird man als Laie nicht sehr viel erkennen können, trotzdem lohnt sich das
Aussteigen: allein schon wegen des schönen Ausblicks über die Küste, den man von hier aus hat. An dieser Küste am Strand unterhalb der Ausgrabungen liegen übrigens einige nette
Fischlokale, in denen man gut, aber nicht unbedingt sehr billig essen kann.
Einige Kilometer weiter in Richtung Westen liegt ein weiterer interessanter Teil der Ausgrabungen von Kurion, das Heiligtum Apollon-Hylates. Im Gegensatz zur Basilika ist hier sehr viel
mehr erkennbar, insbesondere mit einem kleinen Plan, der in den üblichen Reiseführern enthalten ist: Räume, in denen die Weihgaben abgelegt wurden oder die den Pilgern
zur Übernachtung dienten, eine Palästra und natürlich das Apollon Heiligtum (einige Säulen geben da schon einen guten Eindruck), das am Ende einer gepflasterten Strasse liegt. Interessant ist noch ein Areal in das
man über einen Zaun einen Blick werfen kann - ein “archaisches Rund- oder Baumheiligtum” zu Ehren eines antiken Waldgottes.
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Spaziergang bei Pissouri
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Bei
Pissouri bietet sich zum Ausgleich der geistigen Schwerstarbeit beim Besuch von Kurion und Kolossi eine kleine Wanderung an. Startpunkt ist das sdliche Ende des kleinen Dörfchens. Von
dort führt ein Feldweg vorbei an Ziegenherden und einigen üblen Verschlägen mit allerlei Getier in Richtung Küste. Nach etwa 45 Minuten geht der Fahrweg in einen Pfad über und ist
teilweise etwas schwierig zu erkennen. Man kann sich aber praktisch nicht verlaufen, denn das Terrain ist sehr übersichtlich, nur vereinzelt stehen einige Obsttbäume. Ziel ist ein kleines
Plateau oberhalb der Steilküste, von dem aus man einen schönen Überblick von der Akrotiri-Halbinsel bis zum “Bad der Aphrodite” hat. Es geht dann den gleichen Weg wieder zurück.
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Bad der Aphrodite
”Die Insel, auf der die Götter Urlaub machen” ist derzeit der Slogan der zypriotischen Fremdenverkehrswerbung; “Insel der Aphrodite” und ähnliches seit der Antike die Umschreibung
Zyperns. Nach der Legende entstieg hier die Göttin der Schönheit, Fruchtbarkeit und Liebe dem “Schaum” (griechisch “aphros”) des Meeres. Die ganze Geschichte hatte seine Hintergründe, die man hier bei Hesiod nachlesen kann. Ein photogener Felsblock beim “Bad der Aphrodite” wurde mit einer
werbewirksamen Geschichte verbunden - und schon lohnt sich ein Kiosk mit Andenkenläden und Bockwurst für uns Touristen. Kein Bus oder Leihwagen kommt da vorbei. In der
Abendstimmung ergibt sich aber tatsächlich ein hübsches Fotomotiv (siehe Seitenanfang) und vielleicht hat Man(n) ja Zeit, seine Ehefrau/Freundin sieben mal um den Fels schwimmen zu lassen - dann nämlich kommt sie
jugendlich und wunderschön aus dem Wasser zurück (alle Angaben ohne Gewähr).
Paphos
Einen ganzen Tag braucht man für die “klassischen”
Sehenswürdigkeiten in und um Paphos auf jeden Fall. Unser Programm umfasst die Königsgräber, die römischen Häuser in Kato Paphos, Fränkische Kirche mit “Paulussäule” und
schließlich etwas außerhalb das Neophytos-Kloster.
Die “Königsgräber” von Paphos zählen sicherlich zu den interessantesten Ausgrabungen auf Zypern. Es handelt sich dabei um Grabstätten einer Oberschicht (keinesfalls von
Königen) aus dem 3. Jh. vor Christus, als die Ptolemäer über die Insel herrschten. Sie wurden dann bis zum 3. nachchristlichen Jahrhundert benutzt. Das Besondere an den Gräbern ist ihre
Anlage als Peristyl-Häuser (das Peristyl ist eine Art Innenhof mit Säulenumlauf), die in den Fels gehauen wurden. Man kann etliche davon betreten. Die Anlage ist recht weitläufig, am
Eingang (natürlich ist auch dieser Ort ein UNESCO-Weltkulturerbe!) gibt es ausführliche Broschüren mit zum Teil recht guten Abbildungen - so weit ich mich erinnere sogar in deutscher Sprache.
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Anklicken und untersuchen: Triumphzug des Dionysos
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Als weiteres Highlight von Paphos können die “Römischen Häuser” in Kato Paphos gelten. Die hervorragend erhaltenen Bodenmosaike stehen den großartigen Motiven in Piazza Amerina in Sizilien
in nichts nach. Die Reste der Häuser aus dem 3. und 4. Jhd nach Christus wurden erst ab 1962
freigelegt, nachdem man sie bei Bauarbeiten zufällig gefunden hatte. Wie so oft wurden die freigelegten Häuser (nur die Grundrisse sind erkennbar!) nach Motiven der Mosaike
benannt: Haus des Dionysos, Haus des Aion usw. . Die Werke sind übrigens vorbildlich durch ein großes Haus geschützt, die Besichtigung der Mosaike ist über Treppenwege gut möglich.
Im “Haus des Aion” befindet sich ein weiteres Fußbodenmosaik von größter Bedeutung: es handelt sich um drei sehr kleinteilig zusammengesetzte Szenen mit großer Lebendigkeit, die
ebenfalls Geschichten um Dionysos erzählen. Ausserdem sind Motive mit Leda mit dem Schwan und mit Aion, dem Gott der Ewigkeit.
Nach so viel Kultur braucht unsere Frau/Mannschaft eine ordentliche Stärkung, die finden wir ganz nahe der Ausgrabungsstätte an der Hafenmole von Paphos, wo eine große Auswahl von Touristenlokalen mit zum Teil
ganz ordentlichen Preisen ein gutes Angebot bereithält. Im November gabs Plätze genug! Das türkische Hafenkastell am Ende des Hafens kann als kleine Extratour ebenfalls in einem Aufwasch noch besichtigt werden.
Nach dem Mittagessen eine kurze Fahrt zum
Chrysopolitissa-Komplex, einem Ausgrabungsgelände mit mehreren übereinander errichteten Basiliken. Die jüngste steht förmlich auf dem Mosaikfussboden der (größeren) älteren. Eine
der beiden links zu sehenden weissen Säulen wird “Paulus-Säule” genannt. Der Legende nach soll der Apostel Paulus auf seiner Missionsreise nach Zypern an sie gefesselt und gegeisselt worden sein.
Auszug aus der Apostelgeschichte 13, 6 - 12:
Als sie die ganze Insel bis nach Paphos durchzogen hatten,
trafen sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß Barjesus; der war bei dem Statthalter Sergius Paulus, einem verständigen Mann. Dieser rief Barnabas und Saulus zu
sich und begehrte, das Wort Gottes zu hören. Da widerstand ihnen der Zauberer Elymas - denn so wird sein Name übersetzt -
und versuchte, den Statthalter vom Glauben abzuhalten. Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen
Geistes, sah ihn an und sprach: Du Sohn des Teufels, voll aller List und aller Bosheit, du Feind aller Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen die geraden Wege des Herrn? Und nun siehe, die Hand
des Herrn kommt über dich, und du sollst blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen! Auf der Stelle
fiel Dunkelheit und Finsternis auf ihn, und er ging umher und suchte jemanden, der ihn an der Hand führte.
Als der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig und verwunderte sich über die Lehre des Herrn.
Zum Abschluß eines langen Besichtigungstages steht nun noch das etwas außerhalb von Paphos gelegene Kloster des heiligen Neophytos auf dem Programm. Zu sehen sind zum einen herrliche Malereien in der Enkleistra
(Höhlenbehausung) des Eremiten aus dem 12. Jhd und das venezianische Agios-Neophytos Kloster, das im 16. Jhd errichtet wurde.
Neophytos war der Legende nach in eine asketische Lebensweise geflüchtet und wollte allein in einer Einsiedelei der “Gottesschau” nachgehen. Nach
verschiedenen anderen Stationen wählte er dafür 1159 eine Höhle oberhalb Paphos aus, in der er jedoch schon nach wenigen Jahren seiner Ruhe beraubt
wurde: es hatte sich nämlich eine Gruppe Anhänger gebildet, die ihn verehrten und in seiner Andacht störten. Daraufhin zog er sich noch weiter zurück, nur
ein Hörschacht verband ihn dann noch mit der ursprünglichen Höhle und Cella. Diese ist bereits Ende des 12. Jhd. prächtig mit dem üblichen Szenarium der
orthodoxen Kirche ausgemalt worden und recht gut erhalten. Nach ca. 10 Scheunendach- und sonstigen Kirchen kann auch der Laie die Szenen aus dem 12-Feste-Zyklus erkennen - ein großes Erfolgserlebnis.
Auch in der Kirche des heutigen Klosters findet man im nördlichen Seitenschiff - ziemlich schwer erkennbar und beinahe versteckt - wunderschöne Fresken im italo-byzantinischen Stil. Ein Besuch des Museums (man
kann die Eintrittskarte der Höhle hier nochmal gebrauchen) lohnt sich: wenige, aber schön präsentierte Stücke.
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