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Timeline - Geschichte in Parallelen 1500 - 1599

Ägypten Algarve Kampanien Marokko Mexiko Rajasthan Rheingau Sizilien Thailand Zypern
Ägypten
Herrschaft der Osmanen (ab 1517): Ägypten verharrt im Mittelalter, während sich die Weltgeschichte sich mit der “Entdeckung” Amerikas und der
Expansion der westeuropäischen Länder eine andere Bühne sucht.
Ägypten verkommt zu einer verschlafenen osmanischen Provinz “monotonen Streits zwischen Beys und Paschas” (Brunner-Traut).
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Algarve
1540 wird die Inquisition eingeführt. König Dom Sebastiao bricht von Lagos nach Marokko auf und wird in der Schlacht von Alcacer vernichtend
geschlagen. Die Dynastie der Avis endet, Philipp II. von Spanien beansprucht Portugal und besetzt das Land.
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Kampanien
Herrschaft des spanischen Hauses Aragon und der spanischen Vizekönige im Königreich Neapel und Sizilien. Verwaltung, Recht und öffentliches Leben
orientieren sich am spanischen Vorbild. Don Pedro di Toledo regiert von 1532-1553 als bedeutendster Vizekönig.
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Marokko
Herrschaft der Saaditen. 1510 erobern die Saaditen Marrakech. Sie stammen aus dem Dra-Tal und leiten ihre Abstammung direkt vom Propheten ab. Im
von ihnen ausgerufenen Heiligen Krieg gelingt ihnen die Vertreibung der Portugiesen aus Agadir und anderen Städten. 1548 erobern sie Fes, Hauptstadt der ohnmächtige Ouattasiden. Marrakech wird unter Sultan
Mohammed ech Cheikh zur Hauptstadt ausgerufen. 1578 kommt es zur Schlacht der drei Könige, in der auch der portugiesische König Sebastiao den Tod finden. Ahmed el Mansour (=der Siegreiche) wird der bedeutendste
Saaditenherrscher. Er schlägt auch die vordringenden Osmanen zurück und erobert schließlich 1591 im Süden Gebiete bis Timbuktu am Niger. Marrakech quillt über vor Reichtum.
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Mexiko

Rajasthan
Das Reich der Moguln entsteht. Barbur (1483-1530) - mütterlicherseits ein Verwandter Dschingis Khans und Nachfahre Timurs - wird von vordringenden
Usbeken aus seiner Heimat Samarkand vertrieben. 1526 schlägt er das vielfach überlegene Heer des Sultans Ibrahim Lodi in der Schlacht von Panipat und wird damit zum Herrscher Hindustans. Sein Sohn Humayun
erobert in Agra den berühmten Diamanten Kohinoor, den er seinem Vater zum Geschenk macht und der heute im Londoner Tower zu sehen ist. Humayun selbst wird jedoch von vielen Feinden innerhalb und außerhalb
seiner Dynastie bedrängt, muß sogar mehrmals durch sein gesamtes Reich fliehen. Es gelingt ihm schließlich, wieder nach Delhi zu gelangen und seine
Macht zu stabilisieren, fortan kann er sich der Kunst widmen. Sein Sohn Akbar (1542-1605) steigt nach dem Tod Humayuns zum mit Abstand mächtigsten Kaiser der Moguldynastie - und der gesamten damaligen Welt -
auf. Mit großer Brutalität unterwirft er die Widerstand leistenden Rajputen-Fürstentümer, 1567 erobert er Chittaurgarh und läßt tausende Bewohner ermorden. Erneut begehen viele Frauen den rituellen Selbstmord
Jauhar. In seinen späteren Lebensjahren verändert sich Akbar und läßt zunehmend eine religiöse Toleranz gegenüber den hinduistischen Traditionen. Er selbst neigt dem Sufismus zu, einer islamischen Mystik. Seine
neue Hauptstadt Fatehpur Sikri nahe Agra entsteht, wird jedoch schon nach wenigen Jahren wieder verlassen.
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Rheingau
Im Bauernkrieg von 1525 stellen Abgesandte der einzelnen Gemeinden 31 Artikel mit Forderungen auf, die sich an den evangelischen Forderungen
orientierten. Schließlich kommt es auch zu Gewalttätigkeiten gegen die regionalen Klöster, bei denen diese um ihre Vorräte gebracht werden. Das Leertrinken des “Großen Fasses” von Kloster Eberbach ist hier nur ein
Beispiel. Trotz allem wird der Aufstand als gemäßigt bezeichnet, der Sieg des Schwäbischen Bundes über die Bauernhaufen im übrigen Deutschland macht
ihm recht schnell ein Ende. Nur einige wenige Aufrührer werden hingerichtet, ein umfassender Rachefeldzug des schwäbischen Bundes kann durch Zahlung von Tributen verhindert werden. Für einige Jahre ist es mit der
Rheingauer Freiheit weitgehend zu Ende.
  
Sizilien

Thailand
Rama Thibodi II. ist bis 1529 König des Reiches von Ayutthaya. Im gesamten 16. Jh. kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzung mit den Burmesen,
die sogar zeitweise Ayutthaya besetzen, jedoch nicht zerstören. Nach der Rückeroberung durch König Naresuen entwickelt sich Ayutthaya in einer außerordentlichen Blüte, europäische Besucher beschreiben es als
“strotzend vor Gold und Diamanten” und “das Schönste, was sie je gesehen haben”. Andere Berichte beschreiben jedoch auch, daß die Kanäle schmutzig
und die Straßen schlammig seien, sodaß “ärmliche Stege” benutzt werden müssten, um darüber zu gehen.
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Zypern
Die venezianische Herrschaft über Zypern währt nur 82 Jahre. Ständig vom aufsteigenden osmanischen Reich bedroht, entstehen mächtige Festungen in
Famagusta, Kyrenia und Nikosia. Großartige spätbyzantinische Werke (der orthodoxe Glaube ist in der Bevölkerung stets dominierend) entstehen in Ausmalungen von Scheunendachkirchen (z.B. die Panagia Poditou oder die Erzengel Michael Kirche bei Galata). Dem lange erwarteten
Großangriff der Türken kann die Insel trotz der Festungen nicht lange standhalten, die Entsatzflotte aus Venedig scheitert an Seuchen und Unwetter und kehrt bereits vor Zypern um. 1571 kapituliert Famagusta als
letzte Rückzugsbastion. Als Folge der türkischen - islamischen - Besetzung wird die Ausübung des orthodoxen Glaubens wieder (unter hohen Steuerauflagen) erlaubt.
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