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Timeline - Geschichte in Parallelen 1800 - 1899

Ägypten Algarve Kampanien Marokko Mexiko Rajasthan Rheingau Sizilien Thailand Zypern
Ägypten
Ägyptens Neuzeit beginnt.
Muhammad Ali, Tabakhändler albaniesischer Abstammung gelingt innerhalb weniger Jahre der Aufstieg an die Spitze des ägyptischen Staates. 1805 wird
er von der Pforte in Konstantinopel bestätigt, 1811 ermordet er nach einem Festessen sämtliche 480 Mamluckenführer auf der Zitadelle von Kairo. Ägypten wird unter seiner Herrschaft geradlinig modernisiert. Obwohl in
seinen Bauten der türkische Stil (z.B. mit der Alabastermoschee ) weiter geführt wird, orientiert sich Muhammad Ali an westlichen Prinzipien.
Verwaltung, Militär und Handel werden reformiert, Ägypten gelangt unter seiner Herrschaft aus dem osmanischen Tiefschlaf.
1859 beginnt unter seinem Sohn Said der Bau des Suezkanals. Trotz der schnellen Entwicklung des Landes kommt es jedoch zum faktischen
Staatsbankrott, nach Aufständen greifen die Engländer ein und übernehmen die Verwaltung mittels eines Governeurs.
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Algarve
Napoleon besetzt 1807 Portugal. Die Braganca fliehen nach Brasilien und “regieren” von dort aus das Land.
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Kampanien
Napoleon besetzt 1806 Neapel. Nach dem Ende der “französischen Dekade” übernehmen die Bourbonen (Ferdinand I.) wieder die Macht. Unter Cavour
und Garibaldi entsteht 1860 der “aufgeklärte” italienische Nationalstaat (“Risorgimento = Wiedergeburt”).
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Marokko
Herrschaft der Alaouiten. 1830 erobern die Franzosen Algerien, Marokko unterstützt die algerischen Widerstandskämpfer und wird so in den Krieg
hineingezogen. Nach dem Verlust der Schlacht von Oujda wird der Einfluß Europas in Marokko immer größer. In Marokko lebende Ausländer werden der Gerichtsbarkeit des Landes entzogen. Der durch einen Handelskonflikt
mit Spanien ausgelöste Krieg führt schließlich zum Verlust größerer Gebiete um Tétouan und Melilla. Ab 1873 versucht Moulay Ali Hassan energisch, die
größten Probleme im Innern des Landes in den Griff zu bekommen, mächtige Familienclans - wie die der Glaoua im Hohen Atlas - lassen dies jedoch scheitern.
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Mexiko

Rajasthan
Die bereits im 17. Jh. von Bombay aus agierende East India Company der englischen Krone dehnt ihre Einflußsphäre immer weiter auch in Richtung der
rajputischen Fürstentümer aus. 1818 unterzeichnet sie mit diesen Verträge, die ihr Handelsprivilegien und praktisch politische Macht zusicherte. Im Gegenzug genossen die rajputischen Fürsten, die Maharadjas, einen
militärischen Schutz der Briten. Unter diesem Schutz konnten sie einen märchenhaft prunkvollen Lebensstil entfalten. Als es in Indien 1857 zum
Aufstand gegen die britische Herrschaft kommt (Sepoy-Aufstand) bleibt es in Rajasthan ruhig. Zur Belohnung wird die Stellung der Fürsten durch die
Briten gesichert. 1877 wird Königin Victoria Kaiserin von Indien. Am Ende des 19. Jh. entwickelt sich langsam eine Unabhängigkeitsbewegung in ganz Indien.
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Rheingau
1803 wird der Rheingau im Zuge der nachrevolutionären Schwingungen - nach mehr als 1000 Jahren - aus den Wurzeln des Verbundes mit dem
Erzbischof von Mainz getrennt. Er wird dem Herzogtum Nassau als Ausgleich verlorener Gebiete im Saargebiet zugeschlagen, kirchlich wird der Rheingau
dem neu gegründeten Bistum Limburg - bis heute - zugeschlagen. Klöster und Stifte finden damit ein Ende. Allein Eberbach bleibt - säkular und als Zuchthaus und Irrenanstalt verwendet - erhalten. Die staatlichen
Weingutverwaltungen entstehen, Kloster Eberbach wird Kellereisitz. Kloster Johannisberg wird 1816 vom österreichischen Kaiser dem Fürsten von Metternich zu Lehen gegeben. Im Zeitalter der Rheinromantik wird der
Rheingau gern und häufig von führenden Köpfen der Kultur und Politik besucht, neben vielen anderen hält sich Goethe regelmäßig in Winkel bei der
Familie von Brentano auf. 1856 wird die Eisenbahnlinie von Frankfurt nach Wiesbaden bis Rüdesheim verlängert, 1862 bis Lahnstein und somit Koblenz.
1883 wird das Nationaldenkmal zur Erinnerung an die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches “die Germania” eingeweiht, es dokumentiert die Wandlung des Rheingaus von einem Teil des geistlichen Kurstaats mit
ungewöhnlichen Freiheiten hin zu einem Teil eines Staatsverbandes mit preussischer Orientierung.
  
Sizilien

Thailand
Die Chakri-Dynastie herrscht in Siam. Langsam öffnet sich das Reich dem Westen. In der Regierungszeit Ramas III. (1824-51) wird im Wat Pho in
Bangkok die erste öffentliche Universität gegründet, sein Sohn Rama IV. (Mongkut) organisiert den Staat nach westlichen Vorbildern. Rama V. (Chulalongkorn) schließlich gelingt es durch geschickte Diplomatie Siam als
unabhängiges Reich gegenüber den in Südostasien dominierenden Kolonialmächten zu erhalten. Andererseits verliert Siam Teile Birmas, Laos, Kambodschas und Malaysias.
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Zypern
Ende der osmanischen und Beginn der britischen Kolonialherrschaft über Zypern. Anfang des 19. Jhds. kommt es zu Aufständen der ausgebeuteten
Bevölkerung, zunächst der türkischen gegen den Dragoman. 1821 entsteht die erste Unabhängigkeitsbewegung mit dem Ziel, Zypern wie auch Griechenland (diesem gelingt es 1830) aus der Herrschaft des osmanischen
Reiches zu befreien. Erzbischof Kyprianos und viele Anhänger seines Geheimbundes werden jedoch hingerichtet. Nachdem das osmanische Reich durch vordringende russische Truppen auf dem Balkan unter Druck gerät,
verpachtet es 1878 Zypern als Gegenleistung für militärische Beistandszusicherung an das britische Empire. Zypern wird britische Kolonie. Dieses wiederum sichert sich dadurch eine strategische Stellung vor dem
1869 eröffneten Suez-Kanal. Enosis, der Anschluß an Griechenland wird in breiten Teilen der griechisch-zypriotischen Bevölkerung gefordert.
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